Die Böden liegen, das Treppenhaus ist fertig, und bei der Abnahme fragt jemand nach der Klassifizierung des Bodenbelags. Wenn dann niemand ein Datenblatt zur Hand hat, wird aus einer Formalie schnell ein Termin, der verschoben werden muss.
Beim Bodenbelag im Wohnraum spielt das Brandverhalten meistens keine Rolle. Sobald die Fläche zu einem Flur oder einem Treppenraum gehört, ändert sich das, weil diese Bereiche in vielen Gebäuden Rettungswege sind. Dieser Beitrag erklärt, wie die Klassifizierung aufgebaut ist, was die alten und die neuen Bezeichnungen miteinander zu tun haben und welche Angaben Sie für Ausschreibung und Nachweis brauchen.
Brandverhalten in 60 Sekunden
Die Systematik: Bodenbeläge werden nach DIN EN 13501-1 klassifiziert. Der Index "fl" steht für floor und kennzeichnet die Prüfung als Bodenbelag.
Die Klassen: A1fl und A2fl nichtbrennbar · Bfl und Cfl schwerentflammbar · Dfl und Efl normalentflammbar · Ffl leichtentflammbar.
Der Zusatz: s1 steht für begrenzte Rauchentwicklung, s2 für stärkere. In Rettungswegen ist meistens s1 gefordert.
Die Übersetzung: Das frühere B1 nach DIN 4102-1 entspricht der heutigen Anforderung schwerentflammbar, üblicherweise erfüllt durch Cfl-s1 oder besser.
Wer legt fest, was gilt: Die Anforderung ergibt sich aus der Landesbauordnung und dem Brandschutzkonzept Ihres Projekts. Die Klassifizierung des Produkts steht im Datenblatt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum der Boden im Treppenhaus anders bewertet wird
- Wie die Klassifizierung aufgebaut ist
- Die Klassen im Überblick
- B1 und Cfl-s1: die alte und die neue Bezeichnung
- Wo Laminat und Vinyl üblicherweise liegen
- Was davon in die Ausschreibung gehört
- Der Nachweis bei der Abnahme
- Häufige Fragen
1. Warum der Boden im Treppenhaus anders bewertet wird
Innerhalb einer Wohnung ist der Bodenbelag brandschutztechnisch in der Regel unkritisch. Bei einem Treppenraum sieht die Sache anders aus, weil dort im Ernstfall alle Bewohner nach unten laufen und die Feuerwehr nach oben. Ein Belag, der das Feuer über die Fläche weiterträgt oder viel Rauch entwickelt, verkürzt genau die Zeit, auf die es dabei ankommt.
Aus diesem Grund wird für Bodenbeläge in solchen Bereichen eine eigene Klassifizierung verlangt. Sie beschreibt, wie sich der Belag verhält, wenn er Wärme ausgesetzt ist, und wie viel Rauch dabei entsteht. Welche Klasse Ihr Projekt braucht, ergibt sich aus der Landesbauordnung und dem Brandschutzkonzept, und diese Angabe finden Sie in keinem Produktdatenblatt. Das Datenblatt sagt Ihnen anschließend, ob ein Produkt diese Anforderung erfüllt.
2. Wie die Klassifizierung aufgebaut ist
Die Bezeichnung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist der Buchstabe mit dem angehängten Kürzel "fl", das für floor steht und anzeigt, dass hier ein Bodenbelag geprüft wurde. Der zweite Teil beschreibt die Rauchentwicklung und wird mit einem s für smoke angegeben.
Geprüft wird in zwei Verfahren. Beim Strahlungspaneel-Test nach EN ISO 9239-1 wird gemessen, wie weit sich eine Flamme über die Fläche ausbreitet, wenn der Belag Wärme ausgesetzt wird. Daraus ergibt sich die sogenannte kritische Wärmestromdichte, und die entscheidet über den Buchstaben. Der Kleinbrennertest nach EN ISO 11925-2 prüft ergänzend, wie der Belag auf eine direkte kleine Flamme reagiert.
Ein Belag mit der Angabe Cfl-s1 ist demnach als Bodenbelag geprüft, erfüllt die Anforderungen der Klasse C und entwickelt dabei nur begrenzt Rauch.
3. Die Klassen im Überblick
| Klasse | Bauaufsichtliche Benennung | Einordnung |
|---|---|---|
| A1fl | nichtbrennbar | mineralische Beläge, Naturstein, Keramik |
| A2fl | nichtbrennbar | mit sehr geringem organischem Anteil |
| Bfl | schwerentflammbar | höhere Anforderung innerhalb der Stufe |
| Cfl | schwerentflammbar | übliche Anforderung in Rettungswegen, meist als Cfl-s1 |
| Dfl | normalentflammbar | verbreitet bei Bodenbelägen für Wohnräume |
| Efl | normalentflammbar | untere Stufe der Normalentflammbarkeit |
| Ffl | leichtentflammbar | im Bauwesen nicht verwendbar |
Dazu kommt der Rauchzusatz: s1 steht für begrenzte, s2 für stärkere Rauchentwicklung. In Rettungswegen wird üblicherweise s1 verlangt, weil Rauch die Orientierung schneller nimmt als das Feuer selbst.
Lieber schriftlich? service@laminat-shop24.com
4. B1 und Cfl-s1: die alte und die neue Bezeichnung
In älteren Unterlagen und in manchen Ausschreibungen steht bis heute B1 nach DIN 4102-1. Diese Systematik hat eigene Stufen: A1 und A2 für nichtbrennbar, B1 für schwerentflammbar, B2 für normalentflammbar und B3 für leichtentflammbar.

Beide Systeme beschreiben dasselbe Ziel mit unterschiedlichen Prüfverfahren. Für die Praxis gilt die Faustregel, dass ein Belag mit Cfl-s1 die Anforderung schwerentflammbar erfüllt, also das, was früher mit B1 gemeint war. Wenn in einer Ausschreibung noch die alte Bezeichnung auftaucht, lohnt sich eine kurze Rückfrage beim Planer, welche Klassifizierung nach der aktuellen Norm gefordert ist. Das erspart später die Diskussion, ob das gelieferte Produkt passt.
5. Wo Laminat und Vinyl üblicherweise liegen
Bei elastischen Belägen ist die Einstufung in der Regel dokumentiert und liegt im Bereich schwerentflammbar. Unsere Vinyl-Kollektionen sind mit Cfl-s1 beziehungsweise Bfl-s1 klassifiziert, womit sie die übliche Anforderung in Rettungswegen erfüllen. Die genaue Einstufung des einzelnen Artikels nennen wir Ihnen projektbezogen.
Bei Laminat mit Holzwerkstoffkern hängt die Einstufung vom konkreten Produkt ab. Fragen Sie die Klassifizierung deshalb vor der Vergabe für den Artikel ab, den Sie ausschreiben, und verlassen Sie sich nicht auf die Produktgruppe.
Ein Punkt, der gern übersehen wird: Geprüft wird der Aufbau, nicht die Deckschicht allein. Eine andere Dämmunterlage kann die Einstufung verändern. Wenn im Brandschutzkonzept eine Klasse gefordert ist, sollte der gesamte Aufbau so ausgeführt werden, wie er geprüft wurde.
6. Was davon in die Ausschreibung gehört
Brandverhalten des Bodenbelags mindestens [Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 gemäß Brandschutzkonzept, z. B. Cfl-s1], nachzuweisen für den gesamten Aufbau einschließlich Dämmunterlage. Der Auftragnehmer legt die Leistungserklärung und das zugehörige Klassifizierungsdokument vor Ausführung vor.
Zwei Punkte machen diese Position belastbar. Erstens die Formulierung "für den gesamten Aufbau", weil damit die Unterlage mit erfasst ist. Zweitens der Zeitpunkt: Die Unterlagen vor der Ausführung anzufordern ist deutlich angenehmer, als sie bei der Abnahme zu suchen.
7. Der Nachweis bei der Abnahme
Für die Dokumentation brauchen Sie in der Regel die Leistungserklärung des Herstellers und das Datenblatt mit der Klassifizierung. Beides gehört in die Objektdokumentation, zusammen mit der Angabe, welcher Aufbau tatsächlich verlegt wurde.
Wenn Sie für ein Projekt eine bestimmte Klassifizierung brauchen, nennen Sie uns die geforderte Klasse. Wir sagen Ihnen, welche Artikel dafür in Frage kommen, und stellen die zugehörigen Unterlagen für Ihre Dokumentation zusammen.
8. Häufige Fragen
Was bedeutet Cfl-s1 bei einem Bodenbelag?
Was entspricht B1 nach der aktuellen Norm?
Wofür steht der Zusatz s1?
Welches Brandverhalten ist im Treppenhaus gefordert?
Kann Laminat schwerentflammbar sein?
Zählt die Dämmunterlage bei der Klassifizierung mit?
Welche Unterlagen brauche ich für die Abnahme?
Fazit
Für Wohnräume ist das Brandverhalten des Bodenbelags selten ein Thema. Sobald eine Fläche zum Rettungsweg gehört, wird es eines, und dann braucht es drei Dinge: die geforderte Klasse aus dem Brandschutzkonzept, ein Produkt, dessen Datenblatt diese Klasse ausweist, und die Unterlagen für die Dokumentation. Unsere Vinyl-Kollektionen sind für diesen Fall mit Cfl-s1 und Bfl-s1 klassifiziert.
Wenn Sie uns die geforderte Klassifizierung nennen, stellen wir Ihnen die passenden Artikel mit den zugehörigen Unterlagen zusammen. Den Zugang zum Gewerbebereich richten wir über ein kurzes Formular ein.
Lieber schriftlich? service@laminat-shop24.com
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